Mein Kommunikationskonzept für das International Paralympic Committee. Vor 20 Jahren gab es dafür den Deutschen PR-Preis.
Das war nicht der Plan. Mein erster Kontakt mit dem paralympischen Sport war eines dieser Geschenke, die einem das Leben ab und zu macht.
Ich war beim ersten Paralympic Day auf dem Bonner Marktplatz. Offiziell, weil mein Arbeitgeber die Veranstaltung unterstützte.
Gegangen bin ich als Fan.
Was ich erlebt habe, war mehr als Sport.
Für mich Begegnung. Energie. Sinn.
Stille Stärke. Leistung, die von innen kommt.
Wettbewerb, der gleichzeitig ein Wir ist.
Diese Kraft wirkt: Menschen bleiben stehen, schauen hin, gehen mit. Leistungen bleiben oft abseits der großen Schlagzeilen.
Das war der Moment, in dem in mir die Idee entstand, etwas anders zu denken: Keine Kampagne. Eine Einladung. Mich einzulassen. Und andere mitzunehmen. Zu allen, die den paralympischen Sport prägen.
Die vielen Gespräche damals waren offen, ehrlich, nah und nicht selbstverständlich. Für mich wurde deutlich: Es ging nicht um Etiketten oder Erklärungen. Sondern Raum, um einfach Sportler:in zu sein, mit all dem, was sie ausmacht.
Heute, 20 Jahre später: Der paralympische Sport ist auf den Bühnen angekommen, ist sichtbarer denn je. Paris war ein Meilenstein: erstmals alle 22 Sportarten live, mehr Reichweite als je zuvor.
Doch Präsenz vor Kameras heißt noch nicht Präsenz, wo Entscheidungen fallen.
Barrieren bleiben. Sichtbar. Unsichtbar.
Inklusion ist denkbar und oft nicht mitgedacht.
Was ich in Bonn gespürt habe, begleitet mich. In meiner Arbeit mit Menschen: Offen sein. Erleben, bevor wir einordnen. Innehalten. Verbinden.
Und: immer dann wenn jemand spürt, wer er ist, entsteht etwas Echtes. Leise. Wirksam. Und stark genug, um Grenzen zu überwinden – im Sport, in Unternehmen, in der Gesellschaft. Hand aufs Herz: Braucht’s nicht das gerade jetzt?
Genau dieses Gefühl hat ein Bild eingefangen, das mich bis heute tief bewegt. Eric Villalon bei der Medaillenzeremonie. Für mich ein Moment von Haltung. Stärke. Ruhe. Würde. Festgehalten von Lieven Coudenys, der mir damals die große Freude gemacht hat, es mit einigen anderen im Rahmen der Kampagne zeigen zu dürfen.
Es hat sich viel getan. Und es bleibt einiges offen.
Vielleicht braucht Inklusion nicht mehr Programme, sondern ein anderes Denken über Normalität? Vielleicht beginnt das nicht bei „den Systemen“? Sondern bei Dir.
Bei mir.
Nicht „trotzdem“.
Nicht „besonders“.
Sondern einfach: ganz.
Was übersehen wir, obwohl wir hinschauen?
Danke an alle, die damals mitgedacht, mitgetragen, mitgeprägt haben – im Stillen, im Klartext, im Vertrauen. Miriam Wilkens, Steffi Klein, Christiane van Bracht, Alfred Hahner, Alexis Schaefer, Lieven Coudenys – und viele mehr fürs drauf einlassen und so manche Extrameile.
Link zum Beitrag hier.

