Ein Wort. Vier Bewegungen. Jede mit Kraft. In der Gleichzeitigkeit, die uns gerade trifft.
Eine Erschütterung folgt der nächsten, bevor wir realisieren, was die vorige mit uns gemacht hat.
Was lange selbstverständlich war, erweist sich als verletzlich.
Und wir?
Entscheiden, während Vertrautes wegbricht.
In Unternehmen, in der Gesellschaft, im Miteinander.
Der Wunsch nach Eindeutigkeit wächst. Die Widersprüche bleiben.
Die Reflexe sind verständlich: Kontrolle suchen. Einordnen. Nachdrücklicher überzeugen. Lauter werden.
Erklärungen können Zugänge öffnen. Wo sie das Zuhören ersetzen, können sich Fronten verhärten. Was an unsere Erfahrungen anknüpft, erscheint uns stimmig.
Kommunikation ist Kohärenzarbeit.
Sie kann integrieren. Unsicherheit anerkennen. Differenzen besprechbar halten.
Sie wirkt daran mit, was Gewicht bekommt und ob Menschen einander noch erreichen, wenn Positionen auseinanderklaffen.
Die eigene Perspektive als eine unter mehreren begreifen.
Verstehen wollen, ohne einverstanden zu sein.
Offen bleiben, ohne beliebig zu werden.
Innehalten, bevor aus einer Wahrnehmung vorschnell ein Urteil wird.
Eine Grenze, wenn die Würde des Gegenübers infrage steht.
Und KI?
Sie vervielfacht Antworten und verschärft die Frage, wem und was wir vertrauen. Was wir aufgreifen, prüfen und weitertragen.
Die Verantwortung bleibt bei uns.
Bevor wir die nächste Botschaft senden:
Hören wir wirklich zu oder nur auf das, was unser vertrautes Bild bestätigt?
Gerade jetzt wünsche ich mir einen Dialog, in dem all das Platz hat.
Beim Kommunikationskongress am 17. und 18. September in Berlin.
Das Motto: HALT.
Am 18. September moderiere ich einen Teil des Programms. Dabei geht es um Fragen wie:
Wie geben Daten Orientierung?
Was verbindet Menschen mit Marken und miteinander?
Was verrät KI über Vertrauen?
Wie entsteht digitale Nähe in der internen Kommunikation?
Ich freue mich aufs Wiedersehen. Auf neue Begegnungen. Auf das, was wir entdecken, wenn wir unsere Gewissheiten in Bewegung bringen.
Sehen wir uns?