Die Stunde, die trägt.
„Wie geht’s Dir?“, fragte ich kürzlich einen CEO.
Er wirkte matt.
„Mental okay, aber körperlich…“
Ich fragte, wann er zuletzt bei sich selbst war.
Stille. Lang.
Dann hellte sich sein Gesicht auf.
Er erzählte, dass er nach langer Pause wieder schwimmen war. Und wie sehr ihm das gefehlt hat.
Eine Stunde. Nicht im Takt anderer. Für sich.
Ich war sofort angedockt, nicht nur weil ich die Leidenschaft fürs Wasser teile.
„Warum nicht jeden Tag so eine Stunde?“
Seine Antwort: „Weißt Du, wer alles an mir zerrt?“
Sagen wir, ich habe eine Ahnung.
Weil wir eng zusammenarbeiten.
Und weil ich diesen permanenten Zug kenne, in vielen Variationen:
Permanent im Außen. Erwartungen.
Im Druck der Umstände: Zu viele Zahlen, Signale, zu wenig Stille.
Alles fordert, eine Person entscheidet: Du.
Selbstführung. Klingt nach Retreat. Ist Hochleistung von innen, besonders, wenn draußen alles wankt.
Selbst im größten Druck bleibt die Wahl:
Welche Bedeutung gibst Du den Ereignissen?
Wie schaffst Du daraus Orientierung für andere?
Der erste Schritt ist unscheinbar und kraftvoll.
Eine Stunde. Für Dich. Jeden Tag.
Offline.
Eine Stunde, die nicht steuert, sondern stabilisiert.
Kein Luxus. Verantwortung Dir gegenüber.
Präventive Wartung Deines Systems: mental, emotional, körperlich, sozial, intuitiv.
Nicht jede Stunde im Kalender ist wirksam.
Diese eine verändert, wie du darin wirkst.
Zwischen reagieren und klarer Aktion.
Zwischen erschöpfen und ausrichten.
Zwischen äußerem Takt und innerem Rhythmus.
Das Prinzip kennt jeder Vielflieger.
Sauerstoffmaske zuerst bei Dir. Dann bei den anderen.
Aus Verantwortung.
Was diese Stunde Dir schenkt, gibst Du weiter,
an Dein Team, Dein Unternehmen, Dein Umfeld.
Gerade jetzt, wo alles fordert, drängt, überrollt,
zählt Deine Präsenz: hellwach, bewusst, klar.
Haltung trägt, gerade wenn das Außen bebt.
Wann hast Du Dir zuletzt eine Stunde zurückgeholt?
Nicht für den Betrieb da draußen.
Für Dich und alles, was auf Dich baut.
Eine Stunde. Heute. Möglich?
PS: Beides habe ich erlebt: zwanzig Jahre im Maschinenraum der Verantwortung. Und den Moment, an dem das System den Menschen stoppt. Auch mich.
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